Page 27 - Freizeitarena
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»Netzwerk«, und wenn man dann auch noch ungewöhnliche Ide- en produziert und eine unleugbare Lust hat am Verwirklichen, entsteht Erstaunliches: in Rennebergs Wirken ist das in erster Linie die erfolgreiche Bewerbung Göttingens als WM-Quartier- Standort 2006, ausgelöst durch Rennebergs Wunsch, am Aben- teuer Fußball-WM »irgendwie beteiligt zu sein«. Spätestens hier muss man die eingangs aufgestellte These relativieren, dass vor
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FEST GmbH/Wenzel
allem die Anfänge erzählenswert sind. Und man bedauert, dass der Raum dieser Rubrik nicht ausreicht, um auch nur einen Bruchteil jener Anek- doten wiederzugeben, die Renneberg mit gro- ßer Erzählfreude aus- breitet.
»Man brauchte Mut«, sagt er heute, die Be- reitschaft, kalkulierte wirtschaftliche Risiken
einzugehen, sowie unkonventionelle Initiativen, um schließlich das mexikanische Nationalteam erst zum Confed-Cup 2005, schließlich zur WM 2006 nach Göttingen zu holen. 2011 schlugen dann im Rahmen der Frauen-WM die Teams von Australien und abermals Mexiko ihre Zelte in Göttingen auf. Obwohl vergleich- bare Initiativen danach nicht mehr erfolgten, hatten laut Renne- berg die Einquartierungen nachhaltig positive Auswirkungen, etwa auf den Fremdenverkehr. Eines ist auch für Renneberg ge- blieben: das regelmäßig bei Fußball-Welt- und Europameister- schaften in der Lokhalle stattfindende »Sartorius Village«.
Sollte der Eindruck entstehen, ihm gehe es darum, am großen Rad zu drehen (und großes Geld zu verdienen), so täuscht er: Lutz Renneberg, der auch 2. Vorsitzender des FC Grone ist, Inhaber der Firma LR Consult sowie Vater
dreier Kinder, legt Wert darauf, mit seiner Leidenschaft für den Fußball und das Organisieren fest in Stadt und Region verankert zu sein und mit der Ausrichtung des Sparkasse & VGH-Cups nicht nur ein Unterhaltungsbedürfnis zu bedienen, sondern den hiesigen Nachwuchs zu fördern, einerseits, indem sich die U-19-Kicker der Region an der kommende Elite messen können, andererseits, indem aus den Gewinnen Gelder an jene Vereine ausgeschüttet werden, die sich an der Turnierausrichtung betei- ligen. Rund 180 ehrenamtliche Helfer ermöglichen jeden Janu- ar den Erfolg des Cups, dazu kommt ein Kreis von 20 festen Mit- arbeitern im Organisationsteam, darunter etliche, mit denen Lutz Renneberg seit den Anfängen eng zusammenarbeitet, allen voran Holger Jortzik und Dieter Fischbach: »Das Team ist ext- rem wichtig. Wir machen das alle gemeinschaftlich gerne, aus Liebe für den Fußball«. Langjährige Gefährten auf einem Weg, der mit viel produktiver Unruhe, auch Konflikten, verbunden ist und vermutlich noch die eine oder andere Überraschung bieten dürfte. Für eine Autobiografie ist es noch zu früh. t.s.
info
www.sparkasse-vgh-cup.de
(Alle Angaben ohne Gewähr)


































































































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