Page 25 - Freizeitarena Heft 40
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entdeckungen 25
Reicher
Speicher
»P.S. Ich liebe Dich« heißt ein Bestseller der irischen Autorin Cecilia Ahern, in dem es aller- dings rein gar nicht um Autos geht. Pferdestär- kenanhänger würden also enttäuscht sein und sich vielleicht geleimt fühlen. Ganz und gar nicht enttäuschen wird sie dagegen eine neue Einrichtung in Einbeck, nach deren Besuch man kalauernd ausrufen möchte: PS.Speicher: Wir lieben Dich.
Es ist einer der seltenen Fälle, in denen der erste Eindruck nicht trügt. Wenn man den Parkplatz am Rand der Ein- becker Innenstadt erreicht hat und das Gebäudeensem- ble des PS.Speichers erblickt, kann man den Glauben an
die Architektur zurückgewinnen, so gelungen fügen sich die Neubauten an den historischen denkmalgeschützten Getreide- speicher von 1898. Hier walten Geschmack und Investitionen, geht einem durch den Kopf. Und damit liegt er nicht falsch, der Kopf. Doch der erste Eindruck ist nur ein erster Vorgeschmack, der nicht ahnen lässt, was das Speicherinnere seit der Eröff- nung im Juli 2014 auf 6.500 qm Fläche zu bieten hat.
Nämlich rund ein Viertel dessen, was Karl-Heinz Rehkopf, der Gründer der Teppichdomäne Harste, im Lauf eines offensicht- lich lukrativen Berufslebens zusammengetragen hat: rund 1.000 Fahrräder, Motorräder und Autos, die weitgehend lücken- los einen wesentlichen Teil der Geschichte der Mobilität abde- cken und von denen 300 in der Dauerausstellung gezeigt wer- den. Darunter befinden sich Exemplare von höchstem Selten- heitswert, beispielsweise das erste Motorrad der Welt (von dem es nur noch fünf Exemplare gibt), ein Kleinschnittger Spezial von 1954 (ein Cabrio, bei dem es sich sogar um ein Unikat han- delt), ein prächtiger Horch Typ 350 von 1927, der Benz Patent- Motorwagen Victoria (das erste vierrädrige Benz-Fahrzeug) und und und ...
All diese glanzvollen Herrlichkeiten sollten nach dem Willen ihres Besitzers erst nach dessen Tod den Augen der Öffentlich- keit zugänglich gemacht werden. Zum Glück ließ sich der 77-jährige Ex-Unternehmer eines Besseren überreden, grün- dete eine Siftung, die mit einer Basissumme von 25 Millionen Euro etwas zu betreiben begann, was nicht als »Museum« beti- telt werden sollte, weil das zu verstaubt klingt, sondern als »Erlebnisausstellung«. So Alexander Kloss, der für PR zustän- dige Stiftungsmitarbeiter, der begeistert von den Anfängen
Ein Käfig voller Karren: Glanz im PS.Speicher


































































































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