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Mexiko testet auf WM-Rasen im Jahnstadion


Fußball-Nationalteam der Mexikaner testet vier Tage lang in Göttingen für den Konföderationen-Cup

 

Der Göttinger WM-Quartier GmbH ist ein großer Coup gelungen. Vom 10. bis 15. Juni bereitet sich die Fußball-Nationalmannschaft Mexikos in Göttingen auf den Konföderationen-Cup vor. Das verkündeten die Initiatoren um GmbH-Geschäftsführer Lutz Renneberg während einer Pressekonferenz in der Sparkasse.

 

Göttingen (bam). „Mexiko kommt vom 10. bis zum 15. Juni nach Göttingen, um sich auf den Konföderationen-Cup vorzubereiten. Durch den Besuch Mexikos haben wir die sensationelle Möglichkeit zu zeigen, was wir alles können. Wir sind der einzige Bewerber, der eine Mannschaft zu Gast hat“, sagte WM-Quartier-Geschäftsführer Lutz Renneberg.

Plakat: Willkommen Mexiko. Foto: Heller

 

Mit der Möglichkeit, vor dem Konföderationen-Cup noch eine Mannschaft zu beherbergen, habe man bei der sich aus SCW, Hotel Freizeit In und Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GoeSF) zusammensetzenden WM-Quartier GmbH „eigentlich nicht mehr gerechnet, doch Mexiko hat bei der Fifa enormen Druck gemacht“, fügte Renneberg an. Mexiko hatte sich gegen die strenge Einteilung seitens der Fifa in ein Hotel in Hannover gewehrt. Es war weder mit dem Hotel noch mit dem Trainingsplatz im Eilenriedestadion einverstanden. Mitte Februar hatte Ricardo Martinez, Geschäftsführer des mexikanischen Fußballverbandes, die Göttinger Bewerbung vor Ort unter die Lupe genommen und war begeistert (GT berichtete).

Bewerber-Trio und Gastgeber (von links): Alexander Frey (GoeSF),

Lutz Renneberg (SCW), Sparkassen-Vorstand Rainer Hald und Olaf

Feuerstein (Freizeit In) informieren. Foto: Heller

 

„Das ist schon eine Mini-Sensation, dass wir diesen Stich landen konnten“, freute sich Olaf Feuerstein, geschäftsführender Gesellschafter des Hotels Freizeit In. Hier werden die Mexikaner in einem separaten Hoteltrakt 40 Zimmereinheiten beziehen. „Wir können eine Kostprobe der Leistungsfähigkeit Göttingens geben. Optional wurde das Hotel bis zum 29. Juni gebucht. Vielleicht bleibt Mexiko ja auch noch ein wenig länger als fünf Tage“, verriet Feuerstein.

Handlungskompetenz

Nach Ostern wollen die Mexikaner konkrete Wünsche äußern, Feuerstein sieht keine Probleme, den Anforderungen der Mittelamerikaner gerecht zu werden. „Mit Herrn Martinez sind wir bereits alles durchgegangen. Auch den Auflagen der Fifa werden wir gerecht“, unterstrich Feuerstein die Handlungskompetenz. Grünes Licht gab auch Alexander Frey (GoeSF) für die Nutzung des Jahnstadions, dessen Rasen dann in einem noch saftigerem Grün leuchten soll. „Der Platz ist wenig frequentiert und zu diesem Zeitpunkt frei. Wir wollen Mexiko den WM-Rasen anbieten. Sorte und Qualität wird wie in den WM-Stadien sein. Deshalb ziehen wir die Frühjahrs-Renovierung vor“, versprach Frey.

„Zu Beginn wurde die Initiative von vielen belächelt. Doch das ist ja leider schon normal, wenn man etwas Neues und Außergewöhnliches probiert. Mittlerweile wird die Bewerbung ernst genommen. Aus den anfänglich vier Sponsoren sind mittlerweile über 15 geworden“, hob Sparkassen-Vorstand Rainer Hald hervor, dessen Institut die Bewerbung von Beginn an als Hauptsponsor unterstützt. Er wolle weiter aktiv Werbung betreiben und sieht als eine der Stärken der Sparkasse die Koordination von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Für den Besuch der Mexikaner wünsche er sich „freundliche, offene Menschen, die Mexiko begrüßen und ein aktives Engagement der Kaufmannschaft, die von der Wahl Göttingens als WM-Quartier enorm profitieren würde“.

 

 

Keine Luftschlösser

Kommentar von Mark Bambey

 

Mit der Entscheidung Mexikos pro Göttingen dürfte auch der letzte Zweifler in Stadt und Landkreis mitbekommen haben, wieviel Potenzial die Göttinger WM-Quartier-Bewerbung hat. Mit viel Charme, aber auch erstklassigen Bedingungen haben die Initiatoren einen großen Schritt gemacht, 2006 ein Nationalteam in Göttingen zu beherbergen.

Jetzt liegt es an Sponsoren und Bürgern, dem WM-Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden“ Leben einzuhauchen. Mit einem offenen und freundlichen Empfang der Mexikaner können die Menschen zeigen, wie leistungsfähig die oft gescholtene Region Südniedersachsen ist.

Das gelingt aber nur, wenn Wirtschaft, Politik und Bürger in der Region an einem Strang ziehen. Persönliche Interessen sollten zum Wohl der Region in den Hintergrund gestellt werden, damit die einmalige Chance, Südniedersachsen in der Welt zu präsentieren, nicht verspielt wird. Deshalb sind alle gefordert, denn dass die Initiatoren keine Luftschlösser gebaut haben, ist nun offensichtlich.

Göttinger Tageblatt vom 26. März 2005

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